Eisprungrechner mit Geschlecht
Die Shettles-Methode behauptet, dass Sex am Eisprungtag eher einen Jungen und Sex 2 bis 3 Tage vor dem Eisprung eher ein Mädchen ergibt. Kontrollierte Studien (Wilcox 1995 im New England Journal of Medicine, Gray 1991) fanden keinen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des Verkehrs und dem Geschlecht. Die Chance bleibt bei etwa 50:50, genau genommen werden rund 51 Prozent Jungen geboren. Der Rechner oben zeigt dir die Shettles-Tage trotzdem, als Spiel, nicht als Versprechen.
Eisprung (voraussichtlich)
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Fruchtbare Tage
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Shettles: "eher Mädchen"
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2 bis 3 Tage vor dem Eisprung
Shettles: "eher Junge"
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am Tag vor und am Eisprungtag
Ehrlich gesagt: Für den Kinderwunsch sind die Tage vor dem Eisprung die besten, unabhängig vom gewünschten Geschlecht. Wer nach Shettles auf "Mädchen-Tage" beschränkt, verschenkt die zwei Tage mit der höchsten Chance auf eine Schwangerschaft.
Was zeigt der Eisprung Rechner mit Geschlecht?
Der Rechner oben ist zunächst ein normaler Eisprungrechner. Du gibst den ersten Tag deiner letzten Periode und deine Zykluslänge ein, der Rechner berechnet daraus den voraussichtlichen Eisprungtag, deine fruchtbaren Tage, das Einnistungsfenster und den Termin für einen Schwangerschaftstest. Die Berechnung folgt der Regel Zykluslänge minus 14 Tage, wie sie auch der Eisprungrechner ohne Geschlechtsfunktion nutzt.
Zusätzlich markiert dieser Eisprungkalender die Tage, die nach der Shettles-Methode angeblich das Geschlecht beeinflussen: die Tage 2 bis 3 vor dem Eisprung als “eher Mädchen” und den Eisprungtag als “eher Junge”. Ein deutlicher Hinweis steht direkt daneben, denn diese Zuordnung ist wissenschaftlich nicht belegt. Wir zeigen sie, weil viele Frauen mit Kinderwunsch danach suchen, und ordnen sie ehrlich ein, damit du keine Entscheidung auf einen Mythos stützt.
Erster Tag der letzten Periode und Zykluslänge: die Eingabe
Für die Berechnung brauchst du den Tag, an dem deine letzte Monatsblutung begonnen hat (Tag 1 des Zyklus), und deine durchschnittliche Zyklusdauer. Bei einem 28-Tage-Zyklus liegt der Eisprung rechnerisch an Zyklustag 14, bei 30 Tagen an Tag 16. Ist dein Zyklus unregelmäßig, hilft dir der Zyklusrechner beim Bestimmen der Länge. Kennst du deine Angaben nicht genau, ist die Vorhersage entsprechend unscharf, und die Geschlechtstage verschieben sich mit.
Wie funktioniert die Shettles-Methode?
Dr. Landrum Shettles, ein amerikanischer Gynäkologe, veröffentlichte in den 1960er- und 1970er-Jahren die Theorie, die bis heute in Ratgebern kursiert. Ihr Kern: Das Geschlecht des Kindes wird vom Spermium bestimmt. Samenzellen mit einem Y-Chromosom führen zu einem Jungen, Samenzellen mit einem X-Chromosom zu einem Mädchen. Shettles behauptete, dass sich beide Sorten in Größe, Geschwindigkeit und Lebensdauer unterscheiden:
- Y-Spermien seien kleiner, schneller, aber kurzlebiger.
- X-Spermien seien größer, langsamer, dafür widerstandsfähiger.
Daraus leitete er seine Empfehlungen ab. Wer einen Jungen möchte, solle möglichst nah am Tag des Eisprungs Geschlechtsverkehr haben, damit die schnellen Y-Spermien die Eizelle zuerst erreichen. Wer ein Mädchen zeugen möchte, solle 2 bis 3 Tage vor dem Eisprung Sex haben und dann pausieren, damit bis zur Ovulation nur die robusten X-Spermien übrig bleiben. Dazu kamen Ratschläge zu Stellungen, Orgasmus und zum Milieu in der Scheide. Genau diese Tage zeigt der Rechner oben an.
Was sagt die Forschung zur Shettles-Methode?
Die Theorie klingt plausibel, hält den Daten aber nicht stand. Die wichtigste Untersuchung stammt von Allen Wilcox und Kollegen, veröffentlicht 1995 im New England Journal of Medicine. Die Forscher bestimmten bei 221 Frauen den Eisprungtag über Hormonwerte im Urin und werteten aus, an welchem Tag des Fruchtbarkeitsfensters der Verkehr stattgefunden hatte, der zur Schwangerschaft führte. Ergebnis: Der Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs in Bezug auf den Eisprung hatte keinen Einfluss auf das Geschlecht des Babys.
Auch Ronald Gray wertete Anfang der 1990er-Jahre Daten aus Programmen zur natürlichen Familienplanung aus, in denen Paare ihre fruchtbaren Tage genau dokumentiert hatten. Ein verlässlicher Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Empfängnis und dem Geschlecht ließ sich nicht nachweisen. Spätere Untersuchungen mit Spermienanalysen fanden zudem keine belastbaren Unterschiede in Größe oder Schwimmgeschwindigkeit zwischen X- und Y-Spermien.
Bleibt die Statistik: Weltweit werden etwa 105 Jungen je 100 Mädchen geboren, also rund 51 Prozent Jungen. Diese Wahrscheinlichkeit gilt unabhängig davon, an welchem Tag im Zyklus die Befruchtung stattfand. Ein “Eisprungkalender Mädchen” oder ein “Junge-Kalender” kann daran nichts ändern. Wenn du an einem einzelnen Tag Sex hast und tatsächlich ein Mädchen bekommst, ist das kein Beleg für die Methode, sondern ein Münzwurf mit fast gleichen Chancen.
Ein praktischer Nachteil kommt hinzu: Wer für ein Mädchen bewusst 2 bis 3 Tage vor dem Eisprung aufhört, verzichtet auf die fruchtbarsten Tage. Nach Wilcox liegen die höchsten Chancen auf eine Schwangerschaft an den beiden Tagen vor dem Eisprung und am Eisprungtag. Die Shettles-Regel für Mädchen senkt also vor allem die Wahrscheinlichkeit, überhaupt schwanger zu werden.
Welche weiteren Mythen gibt es zu Junge oder Mädchen?
Neben der Shettles-Methode kursieren viele Ideen, mit denen Eltern das Wunschgeschlecht beeinflussen wollen. Keine davon ist belegt:
- Chinesischer Empfängniskalender: Eine Tabelle, die aus dem Mondalter der Mutter und dem Monat der Empfängnis ein Geschlecht abliest. Eine Auswertung von 2,8 Millionen Geburten fand eine Trefferquote von etwa 50 Prozent, also Zufall. Mehr dazu unter Chinesischer Empfängniskalender.
- Ernährung: Salzig und kaliumreich für Jungen, kalzium- und magnesiumreich für Mädchen. Kleine Beobachtungsstudien lieferten widersprüchliche Ergebnisse, eine gezielte Diät gilt nicht als wirksam.
- Stellung und Orgasmus: Sollen laut Shettles das Milieu für X- oder Y-Spermien verbessern. Es gibt keine Daten, die das stützen.
- Mondkalender und Sternzeichen: Die Mondphase bei der Zeugung hat keinen messbaren Einfluss auf das Geschlecht. Warum der Mond den Zyklus trotzdem fasziniert, liest du unter Zyklus und Mond: Mythen und Fakten.
- Herzfrequenz, Bauchform, Heißhunger: Beliebte Deutungen in der Schwangerschaft, die in Studien keine Vorhersagekraft zeigten.
Weitere Irrtümer rund um Zyklus und Fruchtbarkeit sammeln wir im Bereich Mythen und Fakten.
Was bestimmt das Geschlecht wirklich?
Das Geschlecht steht im Moment der Befruchtung fest. Jede Eizelle trägt ein X-Chromosom. Das Spermium bringt entweder ein X-Chromosom mit, dann entsteht ein Mädchen (XX), oder ein Y-Chromosom, dann entsteht ein Junge (XY). Welches der Millionen Spermien am Ende die Eizelle im Eileiter erreicht und in sie eindringt, ist Zufall. Weder die Mutter noch der Zeitpunkt, die Temperatur oder die Ernährung steuern diese Auswahl.
Die einzigen Verfahren, die das Geschlecht tatsächlich beeinflussen, sind medizinische Eingriffe wie das Sortieren von Spermien oder die Auswahl von Embryonen bei einer künstlichen Befruchtung. In Deutschland sind sie zur reinen Geschlechtswahl nicht erlaubt und nur bei schweren geschlechtsgebundenen Erbkrankheiten zulässig.
Ab wann steht das Geschlecht fest und wann ist es erkennbar?
Genetisch ist das Geschlecht ab der Befruchtung festgelegt. Die äußeren Geschlechtsorgane entwickeln sich aber erst in den folgenden Wochen, weshalb ein Ultraschall zunächst nichts erkennen lässt. Diese Zeitpunkte sind realistisch:
| Methode | Ab wann | Verlässlichkeit |
|---|---|---|
| Ultraschall | ab etwa SSW 14 bis 16, sicherer um SSW 20 | abhängig von Lage des Babys und Erfahrung der Praxis |
| Nicht-invasiver Pränataltest (NIPT) | ab SSW 10 aus dem Blut der Mutter | sehr hoch, wird vor allem zur Chromosomenuntersuchung genutzt |
| Fruchtwasseruntersuchung | ab etwa SSW 15 | sicher, aber ein Eingriff mit Risiken, nie nur fürs Geschlecht |
In Deutschland regelt das Gendiagnostikgesetz, dass dir das Geschlecht aus einer genetischen Untersuchung erst nach Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche mitgeteilt werden darf. Bis dahin bleibt es also spannend, auch wenn der Test früher gemacht wurde. Wann dein Baby voraussichtlich kommt, verrät dir der Geburtstermin-Rechner.
Fazit: Eisprungrechner fruchtbare Tage nutzen, Geschlecht dem Zufall lassen
Der Eisprungrechner mit Geschlecht ist für die Familienplanung nützlich, weil er dir deine fruchtbaren Tage und den Eisprungtag zeigt. Die Shettles-Tage sind eine Spielerei mit einer Trefferquote von etwa 50 Prozent. Wenn du schwanger werden möchtest, konzentriere dich auf die zwei Tage vor dem Eisprung und den Eisprungtag, unabhängig vom Wunschgeschlecht. Wie du den Eisprung mithilfe von Ovulationstests, Temperatur und Zervixschleim genauer bestimmst, liest du unter Eisprung berechnen. Ob Junge oder Mädchen, entscheidet am Ende ein einzelnes Spermium, und das lässt sich nicht planen.
Redaktion Eisprungkalender24· Stand:
Redaktionell erstellt und geprüft. Kein Ersatz für ärztlichen Rat, bei Beschwerden bitte eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt aufsuchen.
Häufige Fragen
Wurde die Shettles-Methode widerlegt?
Ja, zumindest ihr Kern. Die Studie von Wilcox und Kollegen (1995) mit hormonell bestimmtem Eisprungtag fand keinen Einfluss des Zeitpunkts des Geschlechtsverkehrs auf das Geschlecht des Kindes. Auch Auswertungen von Gray und Kollegen aus Programmen zur natürlichen Familienplanung zeigten keinen belastbaren Zusammenhang.
Kann am Tag des Eisprungs auch ein Mädchen gezeugt werden?
Ja. Das Geschlecht hängt allein davon ab, ob ein Spermium mit X- oder mit Y-Chromosom die Eizelle befruchtet, und beide sind an jedem fruchtbaren Tag vorhanden. Der Eisprungtag ist ein guter Tag für eine Schwangerschaft, aber kein Tag für Jungen.
Wann wird eher ein Mädchen gezeugt?
Nach der Shettles-Theorie an den Tagen 2 bis 3 vor dem Eisprung, weil X-Spermien angeblich länger überleben. Studien bestätigen das nicht. Wer ein Mädchen möchte und an diesen Tagen Sex hat, senkt vor allem die Chance auf eine Schwangerschaft, weil er die fruchtbarsten Tage auslässt.
Kann man beeinflussen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird?
Mit natürlichen Methoden wie Zeitpunkt, Ernährung, Stellung oder Kalendern nicht. Die einzigen belegten Verfahren sind medizinische Eingriffe wie die Spermiensortierung oder die Auswahl von Embryonen, die in Deutschland zur reinen Geschlechtswahl nicht erlaubt sind.
Ab wann kann man das Geschlecht im Ultraschall sehen?
Eine erste Einschätzung ist ab etwa SSW 14 bis 16 möglich, sicherer wird es beim zweiten Screening um SSW 20. Ein Bluttest (NIPT) kann das Geschlecht ab SSW 10 erkennen. In Deutschland darf die Praxis das Ergebnis nach dem Gendiagnostikgesetz erst nach Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche mitteilen.
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