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Eisprungkalender24

Zervixschleim und Eisprung: So erkennst du deine fruchtbaren Tage

Kurz vor dem Eisprung wird der Zervixschleim klar, dehnbar und spinnbar wie rohes Eiweiß. Der letzte Tag mit dieser Qualität, der sogenannte Schleimhöhepunkt, liegt meist am Eisprungtag oder einen Tag davor. Die Tage mit spinnbarem Schleim sind deine fruchtbarsten Tage. Nach dem Eisprung wird der Schleim wieder cremig oder trocknet ab, weil das Progesteron übernimmt.

Redaktion Eisprungkalender24· Stand:

Redaktionell erstellt und geprüft. Kein Ersatz für ärztlichen Rat, bei Beschwerden bitte eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt aufsuchen.

Der Zervixschleim ist das Körperzeichen, das die fruchtbaren Tage am frühesten ankündigt. Er verändert sich im Laufe des Zyklus so deutlich, dass du mit etwas Übung ohne Test und ohne Gerät erkennst, wann der Eisprung näher rückt. Für den Kinderwunsch ist das die wichtigste Information überhaupt, und für die natürliche Verhütung ist die Beobachtung des Zervixschleims eine der beiden Säulen der symptothermalen Methode.

Dieser Ratgeber zeigt, wie sich der Schleim vor, beim und nach dem Eisprung verhält, wie du ihn nach den Regeln von Sensiplan beobachtest und auswertest, was seine Beschaffenheit verfälschen kann und welche Veränderungen ein Grund für den Arztbesuch sind.

Was ist Zervixschleim und welche Funktion hat er?

Zervixschleim wird von Drüsen im Gebärmutterhals (Zervix) gebildet und fließt durch den Muttermund in die Vagina, wo du ihn als Ausfluss am Scheideneingang bemerkst. Seine Beschaffenheit hängt fast vollständig vom Östrogenspiegel ab. Ist er niedrig, bildet der Schleim einen dichten, zähen Pfropf, der Spermien und Keimen den Weg in die Gebärmutter versperrt und den pH-Wert der Scheide sauer hält.

Steigt das Östrogen in den Tagen vor dem Eisprung, verändert sich alles: Der Schleim wird wasserreicher, klar und dehnbar, seine Schleimstoffe ordnen sich zu Kanälen, durch die Spermien schwimmen können. In diesem Sekret überleben Spermien bis zu fünf Tage und werden sogar mit Nährstoffen versorgt. Der Zervixschleim entscheidet also mit darüber, ob eine Befruchtung überhaupt möglich ist. Deshalb ist die Beobachtung des Zervixschleims nach Bigelow (2004) ein besserer Prädiktor für eine Schwangerschaft als der bloße Zeitpunkt des Sex.

Zervixschleim ist nicht dasselbe wie Erregungssekret oder Sperma-Reste. Erregungsflüssigkeit ist wässrig, verschwindet innerhalb einer Stunde und lässt sich nicht zu einem Faden ziehen. Das ist wichtig, damit du dich bei der Auswertung nicht täuschst.

Wie verändert sich der Zervixschleim im Zyklus?

Der Verlauf ist bei den meisten Frauen ähnlich, auch wenn Menge und Aussehen individuell sind. Im 28-Tage-Zyklus sieht ein typischer Ablauf so aus:

Zyklusphase Zyklustag (Beispiel 28 Tage) Zervixschleim Fruchtbarkeit
Menstruation 1 bis 5 Von der Blutung überdeckt Gering, aber nicht null bei kurzem Zyklus
Trockene Tage 6 bis 9 Kein Schleim, Gefühl von Trockenheit Unfruchtbar (bei regelmäßigem Zyklus)
Beginnende Fruchtbarkeit 10 bis 11 Wenig, weißlich, klebrig, cremig oder klumpig Fruchtbar
Hochfruchtbare Phase 12 bis 14 Klar, glasig, dehnbar, spinnbar wie rohes Eiweiß, nasses Gefühl Höchste Fruchtbarkeit
Schleimhöhepunkt 13 bis 14 Letzter Tag mit bester Qualität Eisprung am selben oder folgenden Tag
Lutealphase 15 bis 28 Cremig, weißlich, klebrig oder trocken Unfruchtbar ab dem 3. Abend nach dem Höhepunkt

Nach der Periode folgen bei den meisten Frauen einige trockene Tage, in denen kaum Schleim zu sehen ist. Mit steigendem Östrogenspiegel erscheint zuerst wenig, dickflüssiger, weißlicher Schleim. Er wird von Tag zu Tag flüssiger, klarer und mehr, bis er kurz vor dem Eisprung die typische Eiweiß-Konsistenz erreicht. Nach dem Eisprung übernimmt das Progesteron, der Schleim wird innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder dick und cremig oder verschwindet ganz.

Zervixschleim richtig beobachten: Der Fingertest und die Sensiplan-Kategorien

Die Beobachtung dauert täglich nur wenige Sekunden und lässt sich in den Alltag einbauen. Sensiplan, die in Deutschland am besten untersuchte Methode, erfasst drei Dinge: das Empfinden am Scheideneingang, das Aussehen und das Fühlen zwischen den Fingern.

  1. Empfinden: Achte über den Tag darauf, ob sich der Scheideneingang trocken, feucht, nass oder glitschig anfühlt. Dieses Gefühl ist oft der erste Hinweis, noch bevor Schleim sichtbar ist.
  2. Aussehen: Vor dem Toilettengang mit Toilettenpapier über den Scheideneingang wischen und den Schleim ansehen: nichts, weißlich-trüb, gelblich, klar, glasig?
  3. Fühlen: Etwas Schleim zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und die Finger auseinanderziehen. Reißt er sofort? Ist er klebrig, cremig? Oder lässt er sich mehrere Zentimeter zu einem Faden ziehen? Das ist die Spinnbarkeit.

Sensiplan fasst die Beobachtung in Kategorien zusammen, die du im Zyklusblatt einträgst:

Kategorie Empfinden Aussehen und Fühlen
t trocken, rau nichts zu sehen
Ø nichts gefühlt nichts zu sehen
f feucht nichts zu sehen
S feucht oder nichts dicklich, weißlich, trüb, cremig, klumpig, gelblich, nicht spinnbar
S+ nass, glitschig, rutschig glasig, klar, dehnbar, spinnbar wie rohes Eiweiß, oder nur das nasse Gefühl

Die beste Qualität in einem Zyklus ist S+. Der Schleimhöhepunkt ist der letzte Tag mit S+, bevor die Qualität an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen schlechter wird. Du erkennst ihn also erst im Nachhinein. Wichtig für die Auswertung: Immer die beste Qualität des Tages notieren, auch wenn sie nur kurz zu beobachten war, und den Schleim am Scheideneingang beurteilen, nicht am Muttermund.

Zervixschleim vor, beim und nach dem Eisprung

Vor dem Eisprung: Der Schleim wird über mehrere Tage immer flüssiger. Spinnbarer, klarer Schleim zeigt sich meist an den 2 bis 3 Tagen vor dem Eisprung, bei manchen Frauen bis zu 5 Tage vorher. Das entspricht genau dem fruchtbaren Fenster nach Wilcox (1995): die 5 Tage vor dem Eisprung plus der Eisprungtag.

Beim Eisprung: Am Eisprungtag selbst ist der Schleim oft noch spinnbar, manchmal so wässrig, dass er nur als nasses, glitschiges Gefühl wahrgenommen wird. Der Schleimhöhepunkt fällt in den meisten Zyklen auf den Eisprungtag oder den Tag davor, kann aber auch ein bis zwei Tage abweichen. Zusammen mit dem Mittelschmerz und einem positiven Ovulationstest gehört er zu den verlässlichsten Eisprung-Symptomen.

Nach dem Eisprung: Das Progesteron aus dem Gelbkörper macht den Schleim innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder dick, trüb und klebrig oder lässt ihn ganz versiegen. Der Scheideneingang fühlt sich trocken an. Kurz vor der Periode kann noch einmal etwas cremiger oder wässriger Ausfluss auftreten, das ist normal. Ein zweiter Anstieg zu spinnbarem Schleim in der zweiten Zyklushälfte ist dagegen ein Hinweis darauf, dass der erste Eisprungversuch nicht stattgefunden hat.

Zervixschleim beim Kinderwunsch: Das richtige Timing

Für den Kinderwunsch gilt eine einfache Regel: Sex an jedem Tag mit spinnbarem, eiweißartigem Schleim und am Tag des Höhepunkts. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ist an den zwei Tagen vor dem Eisprung am höchsten, und genau dann ist der Schleim am besten. Alle zwei Tage Geschlechtsverkehr in dieser Phase reicht aus, täglicher Sex bringt keinen zusätzlichen Vorteil.

Wenn du unsicher bist, ob du den Höhepunkt richtig erkennst, kombiniere die Beobachtung mit einem Ovulationstest. Der LH-Anstieg fällt meist mit dem letzten oder vorletzten Tag des spinnbaren Schleims zusammen. Wie der Anstieg abläuft und wann nach dem positiven Test der Eisprung folgt, erklärt der Ratgeber zum LH-Anstieg. Als rechnerische Orientierung, wann du mit dem Beobachten anfangen solltest, hilft Eisprung berechnen.

Wenig oder gar kein spinnbarer Schleim bedeutet nicht automatisch, dass du nicht fruchtbar bist. Manche Frauen bilden nur wenig Schleim oder er bleibt am Muttermund und erreicht den Scheideneingang kaum. Auch dann ist eine Schwangerschaft möglich. Wer über mehrere Zyklen gar keinen Schleim beobachtet, sollte das beim Arzt ansprechen.

Zervixschleim zur Verhütung: Die symptothermale Methode

Allein ist der Zervixschleim zur Verhütung nicht sicher genug, weil er den Eisprung ankündigt, aber nicht bestätigt. Deshalb kombiniert die symptothermale Methode nach Sensiplan zwei Zeichen: den Schleim, der den Beginn der fruchtbaren Zeit anzeigt, und die Basaltemperatur, die ihr Ende bestätigt. Erst wenn beide Regeln erfüllt sind, gilt die unfruchtbare Zeit nach dem Eisprung als sicher.

Die Regeln in Kurzform: Die fruchtbare Zeit beginnt mit dem ersten Tag, an dem Schleim beobachtet wird oder sich das Empfinden ändert, spätestens aber an Zyklustag 6 (in den ersten Zyklen) beziehungsweise nach der Minus-8-Regel bei längerer Erfahrung. Sie endet am Abend des dritten Tages nach dem Schleimhöhepunkt und gleichzeitig am Abend des dritten Tages mit erhöhter Temperatur, je nachdem, was später eintritt.

Die große Studie von Frank-Herrmann und Kollegen (2007) an 900 Frauen ergab für Sensiplan bei korrekter Anwendung einen Pearl-Index von 0,4. Das bedeutet: Von 1.000 Frauen, die ein Jahr lang an den fruchtbaren Tagen auf ungeschützten Sex verzichten, werden 4 schwanger. Damit liegt die Methode auf dem Niveau der Pille. Voraussetzung sind eine Einführung durch eine Beraterin oder ein gutes Praxisbuch, tägliche Beobachtung und Disziplin an den fruchtbaren Tagen. Andere Methoden und ihre Sicherheit vergleicht der Ratgeber zu hormonfreier Verhütung.

Was den Zervixschleim verändert

Einige Faktoren verfälschen die Beobachtung oder verändern die Schleimbildung. Wenn du sie kennst, kannst du Fehldeutungen vermeiden:

  • Pille und andere Hormone: Unter der Pille, dem Hormonring oder der Hormonspirale bleibt der Schleim dauerhaft dick und undurchlässig, das ist Teil der Verhütungswirkung. Nach dem Absetzen dauert es oft einige Zyklen, bis das typische Muster zurückkehrt.
  • Antihistaminika und abschwellende Medikamente: Sie trocknen Schleimhäute aus, auch die im Gebärmutterhals. Der Schleim kann spärlicher werden.
  • Clomifen: Das Medikament zur Auslösung des Eisprungs blockiert Östrogen am Gebärmutterhals und macht den Schleim oft zäher und weniger spinnbar, obwohl ein Eisprung stattfindet.
  • Infektionen: Scheidenpilz und bakterielle Vaginose verändern Farbe, Geruch und Konsistenz des Ausflusses und überdecken das Schleimmuster.
  • Stillzeit: Solange voll gestillt wird, ist das Östrogen niedrig, und es gibt oft lange Phasen ohne Schleim, unterbrochen von Schleimphasen ohne Eisprung. Die Auswertung ist dann schwieriger.
  • Perimenopause: Schwankende Hormonspiegel führen zu unregelmäßigen Schleimphasen, mehrfachen Anläufen und Zyklen ohne Eisprung.
  • Stress, Krankheit, Reisen: Sie können den Eisprung verschieben. Dann tritt spinnbarer Schleim auf, bleibt wieder aus und kommt Tage später erneut.
  • Erregung, Gleitmittel, Sperma: Sie sind leicht mit Zervixschleim zu verwechseln. Beobachte deshalb am besten vor dem Sex oder mehrere Stunden danach.

Warnzeichen: Wann du mit verändertem Ausfluss zum Arzt solltest

Zervixschleim riecht neutral oder leicht säuerlich und ist weißlich, trüb oder klar. Diese Veränderungen sind kein normaler Bestandteil des Zyklus und sollten in der Frauenarztpraxis abgeklärt werden:

  • Gelblich-grüner, grauer oder schaumiger Ausfluss
  • Fischiger oder fauliger Geruch
  • Bröckeliger, weißer Ausfluss mit Juckreiz und Brennen (Hinweis auf Scheidenpilz)
  • Blutbeimengungen außerhalb der Periode und außerhalb einer leichten Eisprungblutung
  • Schmerzen beim Sex oder beim Wasserlassen zusammen mit verändertem Ausfluss
  • Über mehrere Zyklen gar kein Schleim bei Kinderwunsch

Zervixschleim und Basaltemperatur kombinieren

Der Zervixschleim sagt dir, dass der Eisprung bevorsteht. Die Basaltemperatur sagt dir, dass er stattgefunden hat. Erst zusammen ergeben beide ein vollständiges Bild deiner Zyklusphase. Miss dazu jeden Morgen vor dem Aufstehen zur gleichen Zeit die Temperatur und trag sie zusammen mit der Schleimkategorie ins Zyklusblatt ein. Steigt die Temperatur ein bis zwei Tage nach dem Schleimhöhepunkt um mindestens 0,2 Grad und bleibt oben, hat alles zusammengepasst.

Wie du die Temperaturkurve führst und die Auswertungsregeln anwendest, erklärt die Basaltemperatur-Auswertung. Welche Thermometer sich für die Methode eignen, zeigt der Vergleich von Basalthermometern für die Temperaturmethode. Nach zwei bis drei Zyklen mit beiden Zeichen kennst du dein persönliches Muster meist so gut, dass du den Eisprung auf ein bis zwei Tage genau einordnen kannst.

Häufige Fragen

Wie viele Tage vor dem Eisprung ist der Zervixschleim spinnbar?

Spinnbarer, eiweißartiger Zervixschleim tritt meist an den 2 bis 3 Tagen vor dem Eisprung auf, manchmal bis zu 5 Tage vorher. Der letzte Tag mit dieser besten Qualität ist der Schleimhöhepunkt, er fällt in den meisten Zyklen auf den Eisprungtag oder den Tag davor. Ab dem Höhepunkt gerechnet gilt nach Sensiplan der Abend des dritten Tages danach als Ende der fruchtbaren Zeit.

Wie sieht der Zervixschleim nach dem Eisprung aus?

Nach dem Eisprung steigt das Progesteron, und der Schleim wird innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder dick, cremig, weißlich oder klebrig. Viele Frauen bemerken auch Trockenheit am Scheideneingang. Diese Veränderung ist ein gutes Zeichen dafür, dass der Eisprung vorbei ist, beweist ihn aber nicht. Sicher wird es erst mit dem Temperaturanstieg.

Kann man spinnbaren Zervixschleim auch ohne Eisprung haben?

Ja. Der Schleim reagiert auf Östrogen, nicht auf den Eisprung selbst. Wenn der Körper einen Eisprung vorbereitet, der dann nicht stattfindet, etwa bei Stress, PCOS oder in der Perimenopause, kann es mehrere Phasen mit spinnbarem Schleim geben. Deshalb kombiniert die symptothermale Methode den Schleim immer mit der Basaltemperatur.

Wie verhält sich der Zervixschleim bei erfolgreicher Befruchtung?

Es gibt kein verlässliches Schleimzeichen für eine Schwangerschaft. Bei manchen Frauen bleibt der Ausfluss in der zweiten Zyklushälfte cremig und wird etwas reichlicher, weil das Progesteron hoch bleibt, bei anderen ändert sich nichts. Ein Schwangerschaftstest ab dem Tag der ausbleibenden Periode ist der einzige sichere Nachweis.

Ist die Zervixschleim-Beobachtung zur Verhütung sicher?

Allein ist der Zervixschleim zur Verhütung nicht sicher genug. In Kombination mit der Basaltemperatur als symptothermale Methode nach Sensiplan liegt der Pearl-Index bei korrekter Anwendung bei 0,4, das heißt 4 von 1.000 Frauen werden pro Jahr schwanger. Voraussetzung sind eine Schulung, tägliche Beobachtung und der Verzicht auf ungeschützten Sex an allen fruchtbaren Tagen.

Quellen

  • Frank-Herrmann P et al.: The effectiveness of a fertility awareness based method to avoid pregnancy in relation to a couple's sexual behaviour during the fertile time: a prospective longitudinal study. Hum Reprod 2007; 22:1310-1319.
  • Arbeitsgruppe NFP (Natürliche Familienplanung): Natürlich und sicher, Das Praxisbuch der symptothermalen Methode (Sensiplan), Malteser Deutschland.
  • Wilcox AJ, Weinberg CR, Baird DD. Timing of sexual intercourse in relation to ovulation. N Engl J Med 1995; 333:1517-1521.
  • Bigelow JL et al.: Mucus observations in the fertile window: a better predictor of conception than timing of intercourse. Hum Reprod 2004; 19:889-892.

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